Linktext als Markenrechtsverletzung

In dieser Woche wurde mir von unserem Webhoster der Domain giro-konto-kostenlos.de ein Brief der Firma eBrandServices weitergeleitet. Darin geht es wieder einmal um eine angebliche Markenrechtsverletzung. Offensichtlich ein beliebtes Thema, da es hier noch etliche Grauzonen gibt und sich eine schnelle Mark verdienen lässt.

Was war passiert? Ende letzten Jahres hatte Zieltraffic ein neues Partnerprogramm der Postbank ins Portfolio genommen. Die bekannte Marke und zur damaligen Zeit einzigartige Konditionen, ließen auf gute Konversionsraten hoffen. Wir starteten einige kleinere Webseiten um das Produkt als Affiliate zu vermarkten. In den nächsten Wochen wurde jede Menge Zeit investiert, um alle Webseiten mit Inhalt zu füllen und für eine gute Positionierung in Suchmaschinen zu sorgen. Der Erfolg stellte sich bald ein. Bereits nach kurzer Zeit wurden 2 bis 3 Leads pro Tag vermittelt.

Völlig unerklärlich, wurde im Januar nach nur wenigen Wochen jedoch die Einstellung des Partnerprogramms bekannt gegeben. Der gesamt Aufwand sollte sich also langfristig für uns nicht auszahlen. Ich beschloß, der Postbank jedoch nicht weiterhin Kunden für lau zu vermitteln und änderte Links und Banner auf der Webseite giro-konto-kostenlos.de. Potentielle Interessenten wurden ab jetzt zur 1822direkt geleitet, deren Affiliate Programm seit Jahren dauerhaft gut läuft.

Um möglichst wenig Arbeit in die Postbank Affiliate-Sites zu stecken, änderte ich einfach alle Links via Script. Angeblich hatte ich damit eine Markenrechtsverletzung begangen. Hier der Brief an unseren Hoster, die Loomes AG aus Berlin.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir wurden von unserem Kunden der Deutschen Postbank AG, als ihr Domainverwalter beauftragt, Sie Bezug nehmen der Webseite giro-konto-kostenlos.de zu kontaktieren. Anlaß unseres Schreibens ist eine vermeintliche Markenrechtsverletzung auf der unter dieser Domain aufrufbaren Webseite, für die sie aufgrund Ihrer Funktion als Zonenverwalter und dadurch als Mitstörer, haftbar gemacht werden können. Auf dieser Seite befindet sich ein Link mit der Bezeichnung "Postbank Konto". Mit Hilfe dieses Zanox Affiliate Links, werden die Besucher zu 1822direkt, einem Mitbewerber unseres Kunden umgeleitet. ..."


Komisch, komisch warum sollte jemand Postbank schreiben und 1822 meinen. Der Linktext "Postbank Konto" verwies - aus script-technischer Sicht völlig korrekt - auf die Webseite der 1822direkt. Aus Sicht von Konversionsrate und Postbank natürlich eine Katastrophe. Ich gebe zu, dass es nicht korrekt war, den Link ohne manuelle Überprüfung zur Konkurrenz gehen zu lassen. Auf der anderen Seite, kann und darf eine falsche URL keine Markenrechtsverletzung darstellen. Mir als Webmaster muss es freistehen, Coca-Cola als Linktext und pepsi.com als URL zu verwenden - auch wenn das völlig bescheuert wäre.

Ich habe jetzt in unserer Seite neutrale Linktexte verwendet. Was ändert sich im Endeffekt für die Postbank und mich - gar nichts. Die Besucher kommen immer noch von Google und gehen über "neutrale" Links weiter zur 1822direkt. Anstatt also Geld für Unternehmen wie eBrandServices auszugeben (eine Email direkt an mich mit Bitte die Links zu ändern wäre übrigens billiger gewesen), sollte man lieber das Partnerprogramm der Postbank reaktivieren. Die Links würden in "no-time" wieder umgebaut, gigantisch konvertieren und alle wären glücklich.


Re: Linktext als Markenrechtsverletzung

Seit heute gibt es endlich wieder ein Partnerprogramm für zwei Girokonten bei der Postbank. Die beiden Programme werden wieder von Zieltraffic betreut. Es wird Zeit die Links anzupassen.

Re: Linktext als Markenrechtsverletzung

Gibt es inzwischen neues bezüglich der Abmahnung bzw. des oben genannten Schreibens? Der Sachverhalt ist ja an sich mehr als interessant, denn seitdem die Finanzkrise richtig tobt, kommen und gehen Partnerprogramme bzw. Bankprodukte anscheinend im Tagesrhythmus. Ich leite die URLs dann meist per htaccess auf die Startseiten oder Hauptvergleiche um, was aus meiner Sicht absolut legitim ist.

Re: Linktext als Markenrechtsverletzung

Der Umgang mancher Institute mit Partnerprogrammen ist sehr ärgerlich, weshalb ich verstärkt versuche, mich auf die Produkte zu konzentrieren, deren Partnerprogramme bereits seit langem laufen.

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